Wirklichkeit
Wirklichkeit
Bild male
Sonne hinten kommt
Kommt vorn
Wirklichkeit Farben
Inneinander verlaufen
Unmengen verzerrter Formen
Wogen Farben
Schemenhaft
Endloser Überlagerung
Verschiedenheit
Erahnt können
Sonne nicht
Formen Farben
Wirklichkeit
Unlösbar verwoben
Hochkonzentriert Schwärze
Wirklichkeit
Immer
Brücken

zu viele Brücken gebaut
und abgerissen
manchen Händen vertraut
und durchgebissen
die hauchdünne Haut
zum Zerreißen gespannt
bin überall gewesen
ins Nirgends verbannt
hab die Träume hoch bauend
die Wahrheit verbrannt
die Momente gesammelt
die Verknüpfung verkannt
doch aufrecht gehend
lauf ich jetzt durch die Wand
bin angekommen
in dem anderen Land
das heißt Sein und Bleiben
bis zum anderen Rand
hier steh ich wieder
wo ich dich einst fand
und am Ende will ich sagen
ich hab dich gekannt
Morgen

Eine Wimper nur bis morgen
gestern war ein langer Weg.
Hinterm Vogelnest verborgen
find ich heut den kleinen Steg.
Folge ihm zu bunten Steinen,
eine handvoll nehm ich mir
von den klaren und den reinen,
alle andern lass ich hier.
Gehe weiter, leg mich nieder
wo ich kleine Samen find.
Heb sie auf und werf sie wieder
mit den Steinen in den Wind.
Langsam wird es um mich Nacht,
ich spüre ihre Knöpfe kaum
und weil ich heute viel gelacht
sprießt morgen früh ein neuer Baum.
Ganz nach Plan

Rennst von einer Bühne weiter
zur nächsten, zappelst
immer heiter
erfüllst du alles ganz nach Plan.
So weit so gut
und fast geschafft
die starke Glut
nochmal entfacht
alle Kraft nach draußen kehren
sehen wie du Farbe schaffst
und vom eignen Geben zehren
bis der Tag ein Ende hat.
Dann sitzt du leise bei dir selbst
betrachtest dich im heut’gen Bild
spürst wie du dir selbst gefällst
so ganz nach Plan
so frei und wild.
Selbst

Gehen
kennt viele Arten
Stehen
heißt nicht immer warten
Kommen
heißt sich gehen sehen
und Warten
heißt immer weiter gehen
Gehen, Stehen, Warten und Kommen
sind zeitgleich im Sein dem Selbst vorweggenommen.
Gehen
ohne zu warten
ist wie Skatspiel - nur ohne Karten
Kommen
ohne zu stehen
ist am Sein vorbeizugehen
den Sein
heißt wartend gehen
und kommend stehen.
Das Sein im Selbst nie zu verlieren
heißt Bewegung mit Stillstand zu koordinieren.
About
Wer ich bin? Maida Appel, das muss an dieser Stelle genügen. Was ich hier mache? Gedichte, Kurzgeschichten und Teile eines Romans ausstellen. Warum? Weil es eben Dinge gibt, die ausgedrückt und geteilt werden müssen. Die meisten Texte hier sind zwar bereits veröffentlicht, aber diese Seite findet sich für Interessierte leichter als meine Beiträge in Anthologien und Zeitschriften. Wovon das alles handelt? Vom Leben, von der Welt und den Menschen mit ihrem Sein darin. Schnittstücke von Leben und Werden. Viel Spaß beim Lesen und Kommentieren!
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